
Lieber Herr Schneider,
der Mai ist gekommen. In Deutschland ist das – soweit ich mich erinnere - immer die Zeit , wo man mit vollem Schwung und viel frischer Energie wieder zur Arbeit kommt. Meine Mitarbeiter und ich hoffen, dass es Ihnen gut geht und dass das Jahr fuer Sie gut und erfreulich verlaeuft.
Hier in Indien freut man sich auch 2011 ueber das hohe und weiterhin stabile Wachstum. Das reduziert die Sorgen, die weiterhin wegen der hohen Zahl der Armen bestehen. Offizielle Stellen schaetzen, dass dies noch immer mindestens 350 Millionen sind. Deshalb gibt es weiterhin grosse Probleme im sozialen Bereich. Sie wurden in den letzten Monaten durch die starken Preissteigerungen fuer Nahrungsmittel noch dramatisch verstaerkt. Insofern werden wir uns in diesem Land mit dem Thema sozial-vertraeglicher Arbeitsbedingungen, insbesondere mit der endgueltigen Beseitigung von Kinderarbeit, noch lange Zeit beschaeftigen muessen.
In der indische Presse und den sonstigen Medien tauchen immer wieder Berichte ueber Kinderarbeit auf. Bei Natursteinen betrifft das meist Steinbrueche im Grossraum von Delhi und Rajastan. Bei Granit haben wir – soweit ich es uebersehen kann – diese Probleme nicht gefunden. Aber weder deutsche noch sonstige Verbraucher sind in der Lage, das wirklich differenziert zu sehen. Deshalb sind wir gut beraten, unseren Kurs fortzusetzen: Permanent kontrollieren, zertifizieren und Hilfsprojekte durchfuehren, um der breiten Oeffentlichkeit unser Engagement zweifelsfrei und sichtbar zu zeigen.
Aus desem Grunde haben wir in paar kleine Wuensche und Informationen:
1. Die Interessengemeinschaft Asiatische, Afrikanische und Lateinamerikanische Natursteine (IGN) hat ein Zertifikat, mit dem alle Mitglieder und IGN gemeinsam werben. Dieses Zertifikat stellen wir nach Kontrolle der Steinbrueche und der Verarbeitungsbetriebe sowie der Transporte aus. Es gilt laut IGN-Beschluss nur befristet. Um jetzt alle Mitglieder der IGN auf den gleichen Stand zu bringen, moechten wir neue Zertifikate ausstellen. Sie sollen ab Juni 2011 fuer ein Jahr gelten und werden danach erneuert.
2. In diesem Zusammenhang moechten wir Sie bitten, uns mitzuteilen, ob sich bei Ihren Lieferanten Aenderungen ergeben haben. Wir kontrollieren systematisch alle uns bekannten Steinbrueche und Verarbeiter. Insofern ist es auch bei Veraenderungen in Ihrer Lieferantenstruktur sehr wahrscheinlich, dass wir Ihre neuen Lieferanten und Steinbrueche bereits abdecken. Wir wollen aber in jedem Fall auf der sicheren Seite sein und jeglicher Kritik vorbeugen. Deshalb unser Wunsch, die Lieferanten noch einmal aufzulisten (oder uns einfach zu schreiben, dass alles unveraendert ist).
3. Vorgesehen ist, die neuen Zertifikate vor der Nuernberger Messe oder auf der Messe selbst zu uebergeben. Ueber die Einzelheiten werden wir uns mit dem IGN-Vorstand abstimmen.
4. Die meisten Gruendungs-Mitglieder der IGN haben uns mitgeteilt, wie hoch Ihre Importe aus Indien im vergangenen Jahr waren. Dementsprechend erhalten sie eine Rechnung von uns ueber 0.75% des Importbetrags (fob). Dieses Verfahren dauerte etwas laenger, da es mit den indischen Behoerden abgestimmt werden musste. Wie Sie wissen, aendert sich hier immer vieles mit dem neuen Haushalt, der am 01. April beginnt. Diesen Termin mussten wir abwarten. Er brachte prompt die erwarteten Neuerungen. Denn nun duerfen wir nicht - wie bisher - einfach Ihre Mittel von unserem deutschen Konto nach Indien transferieren. Wir muessen die dafuer schon vorhandene Genehmigung alle fuenf Jahre neu beantragen. Das ist aufwendiger, aber wir werden damit leben koennen. Die Rechnungen gehen deshalb erst jetzt an diejenigen Mitglieder, die uns bereits ihre Angaben gemacht haben. Alle anderen moechten wir bitten, uns entsprechend fuer das Jahr 2010 (Jan-Dez) zu informieren. Wenn Sie der IGN erst spaeter beigetreten sind, gelten natuerlich entsprechend kuerzere Fristen.
5. Unsere Sozialarbeit bezieht sich bisher auf die Ihnen bekannten Schulen der Rugmark Stiftung in Uttar Pradesh und die Little Keb-School in Neu Delhi. Obwohl wir von den zuvor erwaehnten 0.75% (siehe Punkt 4) - vor allem wegen des Transferproblems - bisher noch keinen Cent angetastet haben, kann IGN durchaus einiges vorweisen. Mit Hilfe von direkten Spenden, durch eigenes Engagement und mit bescheidener Vorfinanzierung sorgte IGN z.B. fuer:
• die Durchfuehrung von medizinischer Betreuung in den Doerfern, die zu den sechs Rugmark-Schulen und dem Kinderheim im Raum Varanasi gehoeren. Diese Taetigkeit wird monatlich von drei Aerzten durchgefuehrt. Die Untersuchungen sind kostenlos. Die notwendigen Medikamente werden der armen Dorfbevolkerung ebenfalls gratis zur Verfuegung gestellt. Fuer die rund 2000 Schueler der Rugmark-Einrichtungen werden die Kosten vom deutschen und indischen Teppichhandel getragen. Fuer die etwa 3500 Dorfbewohner und die vielen Kinder, die regelmaessig zu den Untersuchungen erscheinen, kommt seit einem Jahr IGN auf.
• In gleicher Weise werden rund 200 Familien in Delhi im Einzugsgebiet der Little Keb-School unterstuetzt.
• Alle Rugmark-Schulen haben kleine Abteilungen zur Berufsausbildung. Es handelt sich um die Einweisung in einfache, aber gut nachgefragte Taetigkeiten wie z.B. Schneidern und Tischlern. Die Finanzierung der Lehrer und der Erweiterung der einfachen Einrichtungen war in den letzten sechs Monaten durch IGN-Hilfe moeglich. Fuer IGN ist es wichtig, hier Erfahrungen zu sammeln. Denn in Zukunft soll auf Berufsbildung besonderer Wert gelegt werden.
• In allen Rugmark-Schulen und in der Little Keb-School warden taeglich Yogakurse abgehalten und dreimal pro Woche Musikstunden gegeben. Auch hier traegt IGN die Kosten fuer die Lehrer und fuer die erfoderlichen zusaetzlichen Instrumente.
• Erstmals konnten 40 Schueler der Rugmark-Schulen im vergangenen Jahr an den Sportwettbewerben fuer den Bundesstaat Uttar Pradesh in Varanasi teilnehmen. Sie waren sehr erfolgreich. Fuer Ihre Sportausruestungen kam die Hamburger Stiftung Asien-Bruecke auf. Die Kosten fuer ihre Reise und den Aufenthalt in Varanasi trug IGN.
• Wie sehr einfache Massnahmen zum Wohl armer Kinder beitragen, zeigt ein Beispiel der Little Keb-Schools. Hier wurde Frauen in den Doerfern einkommenschaffende Arbeit gegeben. Sie wurden nach kurzer Ausbildung damit beschaeftigt, Schuluniformen zu schneidern. Aufgrund des damit verbundenen Lohns waren sie in der Lage, ihre Kinder zur Schule zu schicken. In einer Schule mit 68 Schuelern verdoppelte sich die Zahl der Schulkinder dadurch innerhalb von wenigen Wochen. Der Ausbilder fuer die Frauen wurde von IGN finanziert.
Diese Informationen werden in den naechsten Tagen auch – mit Photos – auf der IGN-Website erscheinen.
6. Die Messe in Nuernberg bietet Gelegenheit, dort ein neues gemeinsames Hilfsprojekt der IGN und ihrer Lieferanten vorzustellen. Mit Gem Granites und Amman Granites sind dazu schon diverse Gespraeche gefuehrt worden. Eine wichtige Rolle wird Caritas zukommen. Diesen Partner zu finden und in geeigneter Form in die Arbeit einzubinden, erforderte einige Zeit. Aber jetzt koennen wir gemeinsam arbeiten und wirklich “in die Vollen” gehen. Das betrifft auch die Oeffentlichkeitsarbeit in Deutschland und Indien. Die entsprechenden Planungen laufen. Eingebunden sind hier ebenfalls die indischen Produzenten und Exporteure. Der Leiter von Caritas Indien, Pater Dr. Joseph, ist nun auch Mitglied des Rugmark-Direktoriums. Er war mit uns bereits vor kurzem auf der Natursteinmesse in Chennai. Wir konnten ihn dort den indischen Lieferanten, der Presse sowie einigen Diplomaten und Verbaendsvertretern vorstellen.
7. Mit Caritas haben wir einen hoch angesehenen und weltweit anerkannten Partner fuer alle Massnahmen. Ausserdem ist IGN auch Mitglied des Runden Tisches der Gesellschaft fuer Internationale Zusammenarbeit (GIZ; frueher GTZ). Dieser Runde Tisch wird von der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisiert. Er soll ein koordiniertes und transparentes Vorgehen im Natursteinbereich ermoeglichen. Die Abstimmung mit weiteren wichtigen Partnern in Deutschland und Indien wird zusammen mit IGN und wichtigen Exporteuren geprueft und vorbereitet.
Lassen Sie mich Ihnen am Ende dieses langen Briefs ganz herzlich fuer Ihre vielfaeltige Hilfe, Unterstuetzung und Ermutigung danken. Meine Mitarbeiter und ich freuen uns sehr darueber. Der Weg mit den Steinen ist manchmal wirklich steinig! Deshalb ist jede neue Idee sowie Ermunterung und kleine Anerkennung wichtig. Wir sind auf einem guten Weg!
Wir koennen die Welt zwar nicht aendern. Aber gemeinsam koennen wir sie in kleinen Schritten ein wenig besser machen und vor allem die unterstuetzen, die es besonders noetig haben und um die sich sonst niemand kuemmert .
Mit vielem Dank fuer Ihre Unterstuetzung und mit den besten Gruessen
Ihr Dietrich Kebschull

Xertifix
Fairstone
Was soll kontrolliert werden: Ein kompletter Kontinent (Indien) mit Blockabbau, Material-verarbeitung (z.B. Herstellung von Grabmalen etc.) und Verschiffung
Hierzu sind Menschen und Geld notwendig – Dies ist bei IGEP gewährleistet!
Seltsamerweise baut der bayerische Staat auf das Xertifix – Siegel.
» Mehr Inrformationen hier

| In Zusammenarbeit mit: Initiative gegen Gewalt und sexuellen |
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Wir sind KEIN Hersteller oder Verarbeiter von Pflastersteinen
– hier besteht die Möglichkeit,
dass es Kinderarbeit gibt!
